Ergebnisse der fünften Blitzumfrage der Metall- und Elektroindustrie

Anzeichen leichter Erholung der Thüringer Metall- und Elektroindustrie von der Corona-Krise bestätigte sich nicht.
02/22/2021

Medieninformation

Ergebnisse der fünften Blitzumfrage der Metall- und Elektroindustrie
Anzeichen leichter Erholung der Thüringer Metall- und Elektroindustrie von der Corona-Krise bestätigte sich nicht
VMET-Hauptgeschäftsführer Stephan Fauth: "Produktionseinschränkungen in der Branche haben sich verstärkt. In der aktuellen Tarifrunde gibt es nichts zu verteilen, die Fakten sprechen für sich"

Die fünfte Blitzumfrage unter den Mitgliedsunternehmen der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie (M+E-Industrie) in Thüringen attestiert der Branche, dass sich die Anzeichen leichter Erholung im Oktober 2020 nicht bestätigten. "Im Gegenteil: Im Vergleich zur Situation im Oktober (81 Prozent) kämpft die überwiegende Mehrheit der Firmen in der aktuellen Umfrage noch verstärkter (88 Prozent) mit Produktionseinschränkungen, davon sind diese bei mehr als einem Drittel immer noch erheblich", sagte VMET-Hauptgeschäftsführer Stephan Fauth.

Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung der Firmen beträgt 80 Prozent und liegt damit unter dem Bundesdurchschnitt (85 Prozent), während der Maschinenbau mit 75 Prozent noch geringer ausgelastet ist, scheint sich der Automobilbau mit 87 Prozent allmählich etwas zu erholen. Hauptursache für geschäftliche Einschränkungen sind bei knapp der Hälfte der Firmen (47 Prozent) fehlendes Material aufgrund von Lieferkettenproblemen und fehlender Nachfrage (47 Prozent). Darüber hinaus beeinträchtigen auch fehlende Beschäftigte aufgrund von Kinderbetreuung oder Krankheit (Januar 2021: 60 Prozent; Oktober 2020: 27 Prozent) sowie Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz (Januar 2021:33 Prozent; Oktober 2020: 16 Prozent) die betrieblichen Abläufe.

Im Vergleich zur Umfrage im Oktober 2020 haben diese Beeinträchtigungen deutlich zugenommen, so Fauth weiter. All das wirkt sich auf die Umsatzerwartungen aus. 40 Prozent der Firmen gehen von Umsatzrückgängen aus, während mehr als die Hälfte auf Steigerungen hoffe. Im Durchschnitt rechnen die Firmen mit einem Umsatzrückgang von knapp neun Prozent.

Kurzarbeit bleibe für viele Unternehmen weiter notwendig, machte Fauth deutlich. Ein Drittel von ihnen nutze dieses Instrument. Von ihnen seien 83 Prozent derzeit noch in Kurzarbeit. Damit bleibe Kurzarbeit das Mittel der Wahl, um Beschäftigte zu halten. Die Arbeitszeitsenkung in der Branche liege durchschnittlich bei 26 Prozent.

"Diese Entwicklung zeigt, dass Überwindung der Krisenfolgen mehr Zeit braucht als noch im Oktober 2020 erwartet. Die Mehrheit der Firmen (41 Prozent) geht davon aus, dass die Produktion in den Betrieben den Vorkrisensstand zwischen 2021 und 2023 vorerst nicht erreichen wird. Knapp ein Viertel (23 Prozent) können derzeit nicht absehen, wann die Krisenfolgen überwunden sein werden. Hier wird deutlich, dass die Unsicherheit in der M+E-Industrie groß ist. Dennoch will die Mehrheit (58 Prozent) der Firmen an ihren Beschäftigten festhalten. Allerdings gehen auch 26 Prozent der Betriebe davon aus, die Beschäftigung aufgrund der Auswirkungen der Krise zu verringern. Diese Fakten spielen in der aktuellen Tarifverhandlung eine entscheidende Rolle. Es gibt nichts zu verteilen, denn die Firmen dürfen nicht weiter belastet werden, wenn Arbeitsplätze erhalten und Strukturwandel gelingen soll", sagte der VMET-Hauptgeschäftsführer.

An der Umfrage des Dachverbandes Gesamtmetall haben im Zeitraum vom 25. bis 29. Januar 2021 insgesamt 1.742 Mitgliedsunternehmen der Metall- und Elektroindustrie teilgenommen. In Thüringen sind 101 Firmen mit 28.086 Beschäftigten verbandsgebunden in der M+E-Industrie tätig. Von diesen Firmen beteiligten sich 17 mit 9.749 Beschäftigten. Die Ergebnisse entsprechen einer Rücklaufquote von 16,8 Prozent.

Ergebnisse auf einen Blick:

   4. Blitzumfrage
Oktober 2020

(Prozent)
 5. Blitzumfrage
Januar 2021

(Prozent)
Produktionseinschränkung  81 88
Kapazitätsauslastung  82 80
Arbeitszeitreduzierung 24 33
Kurzarbeit 36 29

Die Umfrageergebnisse finden Sie hier.

Dr. Ute Zacharias
Verbandssprecherin
T 0361 6759-153
M 0173 8899743




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