Rückblick: "VIRTUELLES CAFÉ"

"VIRTUELLES CAFÉ" - Auf ein Wort mit ... Minister Wolfgang Tiefensee und Prof. Dr. Mario Voigt, CDU-Fraktionsvorsitzender, zum Thema: "Wie steht es mit der Digitalisierung, Herr Minister?"
  
Beginn: 03/18/2021 02:00:00 Uhr
Dauer: bis 15:00 Uhr
Veranstalter: Thüringer Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände
Veranstaltungsort: via GoToMeeting
  


RÜCKBLICK - "Virtuelles Café" - auf ein Wort Herr Minister …

"Beim Breitbandausbau mangelt es nicht am Geld, die Prozesse dauern zu lange"

Im Virtuellen Café der Thüringer Arbeitgeber und Wirtschafsverbände hieß es am Donnerstag wieder "Auf ein Wort Herr Minister? Ist die Digitalisierung am Start?"

Zu Gast im zweiten Virtuellen Café waren der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und der CDU-Fraktionschef in Thüringen, Prof. Mario Voigt.

Thüringer Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Wirtschaftsverbände diskutierten den Stand des Breitbandausbaus und der digitalen Verwaltung. Hier einige Auszüge aus der Diskussion:

"Deutschland und auch Thüringen sind schwierig gestartet. Die Thüringer Landesregierung begleitet den digitalen Transformationsprozess seit 2016 sehr aktiv. Gestartet sind wir mit einem 10-Punkte-Aktionsprogramm Wirtschaft 4.0, mit dem bis zum Jahr 2020 mehr als 100 Millionen Euro bereitgestellt wurden. Die gute Nachricht ist, dass 90 Prozent der Haushalte mit mehr als 50 Mbit und 85 Prozent mit mehr als 90 Mbit ausgestattet sind."

Wolfgang Tiefensee,
Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

"Wir sind viel zu langsam. Erst sechs Kliniken sind ans Gigabitenetz angeschlossen, 57 nicht. Schulen und Kliniken sollten zuerst an das Gigabitenetz angeschlossen werden. Das Problem sind die Baukapazitäten. Bei den einzelnen Bundesprogrammen hat Thüringen nicht einmal einen Antrag gestellt. Digitale Infrastruktur gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Wir brauchen einen stärkeren Dialog mit den Telekommunikations-Unternehmen."

Prof. Mario Voigt,
CDU-Fraktionsvorsitzender Thüringen

"Die Firma Paatz in Viernau ist global unterwegs. Wir haben auch einen Standort in Brasilien. Webkonferenzen mit Brasilien sind immer schwierig. Wir haben immer Probleme aus Thüringen rauszukommen."

Christian Kurtenbach,
Geschäftsführer, PAATZ Viernau GmbH

"Der Ausbau könnte schneller gehen. Doch wir waren immer arbeitsfähig. Die meisten Probleme haben wir mit dem Thüringer Datenschutzbeauftragten."

André Ponndorf,
Geschäftsführer, SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH

"Das Hauptproblem im Breitbandausbau in Deutschland sind zu wenig verbaute Glasfasern. Es gibt immer noch 70 bis 90 Prozent Kupferleitungen. Die einzige Firma, die in Deutschland Glasfasern für den Breitbandausbau herstellt, steht in Jena. Hinzu kommt, dass nur 30 Prozent der Haushalte in Deutschland einen Vertrag dazu abgeschlossen haben. Das sieht in anderen Ländern anders aus. Ich rege an, lokale Wertschöpfung als Kriterium bei der Förderung von Firmen in der Region zu berücksichtigen."

Dr. Ulrich Lossen,
Geschäftsführer, j-fiber GmbH

"Es mangelt nicht am Geld. Wir haben 60 Millionen Euro im Jahr. Die Prozesse dauern zu lange. Es ist ein langer Weg von der Idee zum Ausbau, da auch die Ausbaukapazitäten dem Markt unterliegen, kann das bis zu 5 Jahre dauern."

Minister Wolfgang Tiefensee

"Thüringer Landwirte erbringen viele Leistungen für die Umwelt. Dazu gehört auch die präzise Ausbringung von Dünger. Dazu braucht es auch bessere Netze. Die Unternehmen im ländlichen Raum dürfen nicht vergessen werden."

Katrin Hucke,
Hauptgeschäftsführerin, Thüringer Bauernverband e.V.

"Thüringen ist ein hervorragender Wirtschaftsstandort. Die Zusammenarbeit mit den Verwaltungen ist sehr beschwerlich. Das liegt nicht an den Beschäftigten, sondern die Verwaltungen sind technisch schlecht ausgestattet. Die Wirtschaft hat ihre Hausaufgaben gemacht, die Verwaltung muss jetzt nachziehen. Es freut mich zu hören, dass es nicht am Geld scheitert."

Bettina Haase,
Geschäftsführung Landesgruppe Thüringen, Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.

"Die CDU spricht sich für E-Government und damit für digitale Beantragungsprozesse aus. Entscheidungen dürften bestenfalls beispielsweise innerhalb von vier Wochen fallen. Die eAkte wurde von einer Erfurter Firma entwickelt. Andere EU-Staaten (z.B. Estland) haben die Verwaltung komplett digitalisiert."

Prof. Mario Voigt


Minister Tiefensee und Prof. Voigt boten an, mit Dr. Lossen zu lokaler Wertschöpfung als Förderkriterium für Firmen ins Gespräch kommen.


Aufgezeichnet von Dr. Ute Zacharias, Verbandssprecherin

Bildquelle: MDR Kurznachrichten (online) vom 19. März 2021, 10:05 Uhr

 



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